Archiv für den Monat: April 2019

Polit-WG fordert die Anwendung der bereits bestehenden Standardanforderungen zur Fahrradstadt

                                                                                                                    05.04.2019

Seit 2015 gibt es die einstimmig vom Stadtrat beschlossenen Standardanforderungen für die Fahrradstadt, diese sind für alle Bürger prominent präsentiert unter: https://www.projekt-augsburg-city.de/fahrradstadt/fahrradstadt-im-detail/

Leider werden diese aber nicht immer bei den im Beschluss festgelegten Anlässen und Straßen angewandt oder bei den Planungen nachvollziehbar geprüft. Deshalb hatte Polit-WG Stadtrat Oliver Nowak bereits beim Sanierungsbeschluß zur Eichleitnerstraße, und jetzt auch nach den Baumaßnahmen der swa in der Schertlinstraße dies eingefordert. Leider ohne Erfolg in den Stadtratsgremien. Dass beim Beschluss zur Eichleitnerstraße auch Grüne und SPD explizit gegen die Anwendung der eigenen Standardanforderungen gestimmt hatten war mehr als verblüffend. Getoppt wurde der Sitzungsverlauf, indem Grüne und CSU anschließend doch noch eine Prüfung eines  Radweges beantragten, der allerdings nur teilweise auf der Straße geführt wird. Entlang eines neuen großen Hotel- und Konferenzneubaus wird dieser schließlich auf  einen sehr schmalen gemeinsamen Geh-und Radweg weitergeführt.

„Ich glaube mittlerweile, dass es ein grundlegendes Missverständnis in der Auffassung gibt, was eine Fahrradstadt ausmacht. Nicht immer ist ein eigener Radwegebau überhaupt erforderlich, entscheidender ist die Radfahrführung auf oder neben der Straße um ein möglichst sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu etablieren. Das meiste, beispielsweise der Mindestabstand von 1,50 m beim Überholen von Radfahrenden ist ohnehin gesetzlich geregelt. Radfahrschutzstreifen neben parkenden Autos bräuchten hingegen den Mindestabstand einer Türlänge, so wie er von Radfahrenden zur Gefahrreduzierung abverlangt wird, und sollten zudem den Autofahrerenden nicht suggerieren auf den Mindestabstand von 1,50 m beim Überholen verzichten zu können“, so Stadtrat Nowak.

Für eine durchdachte Verkehrsführung stehen die vom Stadtrat beschlossenen Standardanforderungen zur Fahrradstadt von 2015, hierfür wurde ein externes Projektbüro  mit der Ausarbeitung beauftragt und für das Gesamtprojekt mit einem 6-stelligen Betrag dotiert. Wichtige Ergebnisse sollten deshalb nicht in der Schublade verschwinden.

Nowak (Polit-WG) ergänzt: „Ständig wechselnde Führungsformen für Radfahrende und das Freimachen der Verkehrsflächen für den Autoverkehr in den Städten, in dem oft Radfahrer und Fußgänger an den Rand oder gegeneinander geschoben werden, kann nicht die notwendige Mobilitätswende in einer Stadt wie Augsburg mit wenig breiten Straßen herbeiführen. Mobilität wird vielfältiger, E-Scooter stehen in den Startlöchern, sinnvolle klimafreundliche Lastenräder brauchen ebenso Platz. Viele Autofahrende haben leider verlernt, dass die öffentlichen Straßen in den Städten nicht nur den Autos vorbehalten sind. Wer das möchte, für den gibt es eigene Autobahnen.“

links:

Antrag Polit-WG Eichleitnerstraße: https://ausschussgemeinschaft.de/dringlichkeitsantrag-zur-sanierung-der-eichleitnerstrasse-bsv-19-02633-fahrradwege/

Antrag Polit-WG Schertlinstraße: https://ausschussgemeinschaft.de/dringlichkeitsantrag-zur-sanierung-der-schertlinstrasse-bsv-19-02931/

Anfrage an Herr Dr. Casazza zu einer Werbeaktion Abstand von 1,50 Metern halten

                                                                             Augsburg, 02.04.2019

Sehr geehrter Herr Dr. Casazza,

ich möchte Sie gerne fragen, ob es möglich wäre künftig auf der Rückseite einiger ihrer Busse für die Einhaltung des gesetzlichen Mindestabstands von 1,50 Metern beim Überholen von Fahrradfahrern zu werben.

Ein Problem bei Erreichen des Ziels Fahrradstadt zu werden ist, dass viele Bürger sich im Straßenverkehr mit ihrem Fahrrad nicht sicher fühlen. Da die Stadt nun nicht überall ordentliche Radverkehrsanlagen bauen kann und dies auch nicht sinnvoll ist, ist eine Maßnahme besonders wichtig: Für ein respektvolles Miteinander im Straßenverkehr zu sorgen. Viele Autofahrer wissen nicht, dass sie beim Überholen eines Fahrrades laut Gesetzgeber einen Mindestabstand zu Radfahrenden von 1,50 Meter einhalten müssen, bei unsicheren Verkehrsteilnehmern wie Kindern sogar 2 Meter.

Ist dieser Mindestabstand aufgrund der Verkehrslage oder anderer Gründe nicht einzuhalten, so hat der Kraftfahrzeugführer das Überholen zu unterlassen und muss hinter dem Fahrrad bleiben.

Um diese einfache Regel zum Allgemeinwissen zu machen, wäre es gut wenn die Stadtwerke Augsburg auf ihren Bussen für diesen Mindestabstand werben würden, so wie das in Wiesbaden gemacht wird:

Quelle: http://www.wiesbadenaktuell.de/startseite/news-detail-view/article/abstand-halten-ab-1-5-meter-es-genug-drei-eswe-busse-mit-neuem-slogan-unterwegs.html

 

Auch der Wiesbadener Slogan für diese Aktion „Respekt! Eine Frage des Abstandes“ erscheint uns übernehmenswürdig, da er die Verkehrsteilnehmenden dazu auffordert ihr eigenes Verhalten gegenüber anderen zu reflektieren.

 

Die Polizei und der ADFC Köln haben eine ähnliche Aktion gestartet. Das Bild dieser Aktion verdeutlicht sehr anschaulich, wie groß der Abstand von 1,50 Meter ist. Aus diesem Beispiel wird auch deutlich, wie oft diese Abstandsregel verletzt wird und damit der Respekt vor dem anderen Verkehrsteilnehmer.

Quelle: https://adfc-blog.de/2017/12/aktion-seitenabstand-anderthalb-meter/

Mit freundlichen Grüßen

Dringlichkeitsantrag zur Sanierung der Schertlinstraße (BSV/19/02931)

                                                                                    Augsburg, 01.04.2019

Sehr geehrter Herr Dr. Gribl,

wir stellen folgenden Dringlichkeitsantrag zur Sanierung der Schertlinstraße (BSV/19/02931) für den kommenden Bauausschuss am 04.04.19:

Der Bauausschuss beschließt im Zuge der Oberflächenwiederherstellung nach der Baumaßnahme der Stadtwerke Augsburg in der Schertlinstraße die gesamte Straße unter Beachtung der „Standardanforderung an Radverkehrsanlagen der Stadt Augsburg“ zur Fahrradstadt (BSV/15/03039) zu überprüfen.

Begründung:

Der Beschluss BSV/15/03039 „Fahrradstadt 2020 – Standardanforderung an Radverkehrsanlagen der Stadt Augsburg“ vom 25.06.2015 ist auch anzuwenden auf Neuplanungen und Umbaumaßnehmen für Radhaupt- und -nebenverbindungen. Die Schertlinstraße ist eine sog. IR IV Innergemeindliche Radverkehrsanbindung, größtenteils mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Diese sollte nach erfolgten Baumaßnahmen der swa in seiner Gesamtheit überprüft und alte Unstimmigkeiten in der Führung des Radverkehrs angepasst und optimiert werden, z.B. Radpiktogramme und vergessene Trennstreifen auf dem Gehweg.

Auszug aus den Standardanforderungen lt. BSV/15/03039:

Die Planung darf nicht zu Lasten von zu Fuß gehenden erfolgen.