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Pressemitteilung Schülerticketzuschuss verfehlt die Zielgruppe

                                                                                              Augsburg, 26.10.2017

 

Augsburg, 26.10.2017. Im Stadtrat wurde gestern mit den Stimmen von CSU, SPD und Grünen das völlig unsoziale städtisch bezuschusste Schülerticket beschlossen. In den Genuss dieser freiwilligen sozialen Leistung der Stadt Augsburg in Höhe von 16 €/Monat kommen nur die Schülerinnen und Schüler die das Ticket für den ÖPNV für 11 Monate abonnieren.

Die Beispielrechnung für Preisstufe 2 macht das Problem ersichtlich. Bei einem Abo des Tickets ergeben sich folgende Kosten für ein Kind pro Familie: 11 Monate x 33,50 € Eigenanteil = 368,5 €/Jahr. Die Stadt schießt hier 11 x 16 € zu, macht 176 €.

Will man aber, etwa weil man sich das Abo nicht leisten kann, sein Kind nur während der drei kältesten Wintermonate mit dem ÖPNV fahren lassen, ansonsten mit dem gesunden und umweltschonenden Fahrrad, dann ergibt sich folgende Rechnung:

3 x 49,5 € = 148,5 € pro Kind und 0 € Zuschuss durch die Stadt.

Diese Zahlen werden noch beeindruckender, wenn man sich den Hartz IV Satz für Kinder für Verkehr von 16,95 € (Kinder 6-14 Jahre) ansieht, den wir CSU/SPD/Grüne zu verdanken haben. Selbst das bezuschusste Ticket ist fast doppelt so teuer wie der Hartz IV Regelsatz!

Otto Hutter: „Mit dieser Zuschussregelung für das Schülerticket wird deutlich: Die, die auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt angewiesen sind, bekommen sie nicht. Dafür verteilt die Stadt Geldgeschenke an Familien die diese tlw. Überhaupt nicht benötigen.“

„Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die Förderung des ÖPNV in der warmen Jahreszeit den Bemühungen des Projektes Fahrradstadt 2020 entgegen laufen. Von der Perspektive der gesundheitsfördernden Wirkung von Bewegung auf schulische Leistungen und Gesundheit ganz zu schweigen!“, so Hutter weiter.

PRESSEMITTEILUNG: Sozialticket ist ein Erfolg und muss bleiben!

Logo                                                                                     Augsburg, 25. Januar 2017

Am Montag den 23. Januar wurde im Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss der erste Jahresbericht zum Sozialticket, durch das Amt für Soziale Leistung abgegeben. Stadtrat Alexander Süßmair (DIE LINKE) sieht die Notwendigkeit und Zielsetzung des Sozialticket durch den Bericht bestätigt:

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Foto: Christian Wenger

Seit dem 1. Juli 2015 gibt es in Augsburg, nach dem das Verwaltungsgericht die Erste Version gekippt hatte, ein Sozialticket für den ÖPNV. Anspruchsberechtigt sind Menschen, die ALG II (Hartz 4) bzw. Grundsicherung beziehen  und Asylbewerber. Die Inanspruchnahme des Sozialtickets ist seit der Einführung stetig gestiegen. Etwa 15% aller Berechtigten nehmen das Angebot an. Die Erfahrungswerte in anderen Städten liegen bei etwa 20%. Die Zahl der Inanspruchnahme des Sozialtickets stieg von anfänglich ca. 1200 Personen im Juli 2015 auf ca. 3900 Personen im Juni 2016. Die größte Personengruppe waren im Juni 2016 die ALG II-Bezieher mit ca. 1700 Personen, dann die Empfänger von Grundsicherung mit ca. 700  Personen und Asylbewerber mit ca. 500 Personen. Unter Asylbewerbern ist der Anteil der Inanspruchnahme mit 45 % am höchsten, bei Beziehern von ALG II und Grundsicherung mit rund 14% etwa gleich hoch.

Hier die ganze PM lesen: PM_Sozialticket ist ein Erfolg_20170125