Unsere Argumente gegen die Fusion – Kurzfassung

Argumente gegen die Fusion

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– Die Fusion bedeutet die Abkehr von dezentraler, nachhaltiger Energieversorgung, also die Abkehr von einem zentralen Element der Energiewende.

– Die Fusion lohnt sich nicht! Für nur 4,65 Mio mehr an „Einsparungen“ lohnt sich keine Konzernbeteiligung einer Aktiengesellschaft mit Interesse an einem hohen Share-Holder Value

Aber: die nächsten 8 Jahre bleibt auch fast nichts von diesen 4,65 Mio € da die Boni und andere Versprechungen an die SWA Mitarbeiter ca. 4 Mio € im Jahr kosten.

– Die Durchführung der Fusion kostet vor und während der Fusion viel Geld, das in dieser Berechnung noch nicht drin ist (Steuerberater, Unternehmensberater, Gutachter, IT-Umstrukturierung …)

– In der Regel werden von errechneten Fusions“einsparungen“ nur zwischen 50 und 75 % erreicht. D.h. die zu erwartenden Fusionsgewinne liegen evtl. auch im negativen Bereich.

– Thüga liefert Expertise => hochwertige Arbeitsplätze bei den SWA Augsburg Energie fallen weg, da deren Aufgaben dann von der Thüga AG übernommen wird. => Schwächung der regionalen Expertise und Wirtschaft

– die mit der Fusion angestrebten Ziele, Arbeitsplatzsicherheit und eine Sicherung der Gewinne zur Aufrechterhaltung des Querverbundes mit dem Nahverkehr, sind durch die Fusion nicht mit größerer Sicherheit zu erreichen als ohne die Fusion.

– Arbeitsplätze, Gewinne und Stärkung der Region sind laut dem Gutachten des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie zur Rekommunalisierung von Stadtwerken und städtischer Energie, in städtischer Hand besser aufgehoben, als mit großen Partnern)

– Die lukrative Netzsparte (Strom, Gas, Fernwärme, Datenleitungen) werden neu organisiert. Die neue „Netze GmbH und Co KG“ gehört mit der Fusion ebenso zu 30 % der Thüga.

– Verschleppung der Durchführung der Energiewende hier vor Ort und damit der Chancen, die mit ihr verbunden sind => Unabhängigkeit vom internationalen Strommarkt, Importunabhängigkeit, nachhaltiges regionales Wirtschaften inklusive der dadurch erzielten Vorteile für die regionale Wirtschaft und Arbeitnehmer

– die Thüga AG hat als große Aktiengesellschaft andere Interessen als die Augsburger Bürger*innen, und andere als es für regionale Stadtwerke und ihre Kunden sinnvoll wäre.

– Das Rückkaufrecht des Thüga Anteils ist sinnlos, da die Stadt Augsburg das Geld (400 Mio. €) nicht hat und nicht wird aufbringen können

– Die neu entstehende Gesellschaft muss wahrscheinlich alle ihre Aufträge EU-weit ausschreiben – so viel zu Sicherung der regionalen Arbeitsplätze.

– Die Arbeitsplatzgarantie gilt nur für 8 Jahre, nämlich für die Zeit des Fusionierungsprozesses.

Und noch einige unsere Argumente ergänzende Einschätzungen von Herrn Dr. Bünning:

„1. Die im Auftrage der Initiatoren des Fusionsprojektes angefertigten Studien (“Machbarkeitsstudie 2“) erfassen nicht alle Kosten und Nutzen bzw. Vor- und Nachteile des Projektes und sind daher nicht geeignet, eine Stellungnahme zu dem Projekt – in welcher Richtung auch immer – zu tragen.“

„2. Das Fusionsvorhaben enthält keine Aussagen über die grundlegende energiepolitische Ausrichtung des städtischen Energieversorgers. Dies wird man wegen der Bedeutung des Einflusses der Thüga tendenziell als Abkehr von alternativer oder dezentraler Energieversorgung auffassen müssen. Die beabsichtigten vertraglichen Regelungen enthalten nichts dazu.“

„5. Die Fusion kann die Erreichung der angegebenen Ziele nicht sichern, im Besonderen auch nicht der Abdeckung der Defizite des städtischen Verkehrsunternehmens.“

„6. Das Projekt kann nicht problemlos rückgängig gemacht werden. Eine spätere Privatisierung der Thüga-Anteile am städtischen Energieversorger oder der Thüga selbst ist daher nicht ausgeschlossen.“

„8. Die Sicherung des Steuerverbundes innerhalb des Stadtwerke-Konzerns nach der Fusion muss durch einen Gewinnabführungsvertrag erfolgen, bei dem der Thüga als aussenstehendem Aktionär ein anpassungsfähiger Festbetrag eingeräumt werden muss. Dies wird dazu führen, dass der Gewinnanteil der Stadtwerke-Holding unterhalb der Beteiligungsquote liegt und volatiler ist als der Gewinn des städtischen Energieversorgers.“

 

„11. Ein Teil der behaupteten Rationalisierungsgewinne wird in beträchtlichem Umfang 8 Jahre lang an die Mitarbeiter ausgeschüttet und steht für die Finanzierung von Innovationen nicht zur Verfügung.“

„12. Der Wegfall von mehr als 100 Arbeitsplätzen muss in einer gesamtwirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse untersucht werden, wenn man denn alle ökonomischen Auswirkungen des Fusionsprojektes erfassen will. Das geschieht nirgends.“

„13. Der Versuch, alle fusionsbedingten quantifizierbaren Effekte (tangible Effekte) vollständig zu berücksichtigen, führt zu dem Ergebnis, dass positive Effekte für die Stadtwerke-Holding unter plausiblen Bedingungen nicht sichergestellt sind, in jedem Fall aber deutlich niedriger ausfallen als von den Initiatoren behauptet.“

(Quelle: H. H. Bünning (Augsburg 2015): Auszug aus der umfassenden Ausarbeitung von H.-H. Bünning Juni 2015 zur ökonomischen Beurteilung der geplanten Fusion Stadtwerke Augsburg Energie GmbH und erdgas schwaben GmbH, Das Wichtigste in 14 Thesen, online unter: http://ausschussgemeinschaft.de/?page_id=460)

3 Gedanken zu „Unsere Argumente gegen die Fusion – Kurzfassung

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