Antrag zur Halle 116: Gedenk- und Bildungsstätte inkl. Museum zum Nationalsozialismus mit lokalem Bezug

                       Augsburg 23.11.2017

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir stellen folgenden Antrag:

In der Halle 116 soll ein Gedenkort und eine Bildungsstätte eingerichtet werden, an dem der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden kann, und in der die Entstehung des Nationalsozialismus‘ in der Weimarer Republik, die zwölf Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft und die Nachkriegszeit in Augsburg anschaulich verständlich gemacht wird.

Begründung

Eine solche Gedenk- und Bildungsstätte in einem Erinnerungsort der Teil der nationalsozialistischen Strategie „Vernichtung durch Arbeit“ war, gibt der Halle 116 als Erinnerungsort und den Opfern des Nationalsozialismus’ die dort inhaftiert waren, ihre Würde zurück.

Die Bildungsstätte sollte es zur Aufgabe haben, die Geschichte des Nationalsozialismus in Augsburg und im Landkreis Augsburg inklusiver seiner Vor- und Nachgeschichte aufzuarbeiten und in modernen, heute gängigen musealen Präsentationsformen zu veranschaulichen.

Das ganze könnte in drei Museumsteilen präsentiert werden:

  1. Die Weimarer Republik und ihre politisch-gesellschaftliche Entwicklung (Versailler Vertrag, Zersplitterung des Parlaments, Kritik am Parlamentarismus („Schwatzbude der Nation“, C. Schmitt), Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Aufstieg der NSDAP, Wahlen März + November 1932, Ernennung Hitlers zum Reichskanzler trotz erheblicher Verluste im November 1932.
  2. Machtergreifung der NSDAP und Gleichschaltung in ganz Deutschland, Ausrichtung der dt. Wirtschaft auf Kriegswirtschaft, beginnende Judenverfolgung, Betätigungsverbot für die SPD, Gesetz gegen die Neubildung von Parteien (Juni und Juli 1933), 1938 Reichspogromnacht, 1939 Krieg, 1945 Kriegsende, Deportationen, Massenvernichtung, Zwangsarbeit, Eugenik, Rassenideologie etc.
  3. Befreiung Deutschlands durch die Russen und Amerikaner. In Bayern und im Zusammenhang mit der Halle 116 wird man natürlich die Rolle der Amerikaner betonen, doch sollte man auch die Leistung und Opfer der Sowjetunion mit 27.000.000 Kriegstoten (davon 13.000.000 Soldaten) nicht unterschlagen.
    Hier im dritten Punkt ist der Museumskonzeption von Prof. Dr. Gassert zu folgen, der die Halle 116 als „Erinnerungsort der Befreiung“ vorschlägt. Damit hätte sie ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland, da nirgends explizit der Befreiung gedacht wird. Gerade im Zusammenhang mit der Befreiung muss aber auch an die Sowjetunion gedacht werden, eine Tatsache, die im Konzept von Herrn Gassert keinerlei Erwähnung findet. In diesem Teil der „Befreiung“ kann dann auch der Wiederaufbau und demokratische Neuanfang skizziert werden.

Bei allen drei Punkten ist immer auf den oben schon erwähnten lokalen Bezug zu achten. Dabei darf aber im Kleinen, das Große nicht vergessen werden.

Bitte hier den ganzen Antrag nachlesen: Antrag Halle 116

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