Antrag ÖDP: Ersatzpflanzungen am Herrenbach

                                                      Augsburg, 2.06.2018

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Gribl,

ich wende mich heute wegen der aktuellen Holzfällungen entlang des Herrenbaches
an Sie. Stand heute sind bereits 20 Bäume gefällt, nächste Woche folgen noch
einmal 14 Artgenossen. Als Grund für die Fällungen wurde seitens der Stadt
angeführt, dass laut einer Deichbaurichtlinie die Fällungen unumgänglich seien.
Zumal das Wasserwirtschaftsamt in den großen, alten Bäumen eine Gefahr für die
Integrität des Dammes sähe und hier eine Überflutung der umliegenden
Wohngebiete nicht ausgeschlossen werden könne. Ich bin nach wie vorjedoch noch
nicht davon überzeugt, dass die Bäume tatsächlich alle gefällt werden mussten bzw.
im Herbst weitere 62 Bäume fallen sollen. Vielmehr hätte eine bauliche Ertüchtigung
des Herrenbachs zumindest einen Großteil der Bäume erhalten können. Ich denke,
hier muss die weitere Diskussion zeigen, ob nicht doch noch eine andere Lösung
gefunden werden kann.

Ungeachtet dessen sind aberjetzt bereits Bäume gefallen. Im Rahmen der
Informationsveranstaltung zu den Baumfällungen am Montag, den 28. Mai 2018, im
Pfarrsaal von Don Bosco wurde von Umweltreferenten Herrn Erben und der Leiterin
des AGNF Frau Vedder dargestellt, dass im Ersatz fürjeden gefällten Baum drei
junge Bäume, in einigen Fällen sogar sechs Jungbäume gepflanzt werden sollen.
Damit käme man auf eine Summe von 357 Jungbäumen, falls alle 96 Bäume gefällt
würden. Für diese große Zahl von Bäumen besteht derzeit im Umfeld des
Herrenbachs jedoch nicht genügend Raum, um sie artgerecht pflanzen zu können.
D.h. es steht zu befürchten, dass die „Ersatzpflanzungen“ im gesamten Stadtgebiet
verstreut erfolgen werden. Dies hat dann natürlich nicht die erforderliche Wirkung für
das Kleinklima, die betroffenen Tiere und die Lebensqualität vor Ort im Stadtteil.

Ich stelle daher folgenden Antrag:

1. Die Nachpflanzungen für gefällte Bäume am Herrenbach erfolgen umgehend
sofort nach der Fällung und nicht erst nach der Fertigstellung von zukünftigen
Planungen im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes (STEK) oder eines noch
auszulobenden Architektenwettbewerbes.

2. Ausgehend vom Ort der Fällung sucht die Verwaltung geeignete Standorte für die
Ersatzpflanzungen im nahen Umkreis des Fällortes, in jedem Fall innerhalb des
Wohnviertels Herrenbach.

3. Sollten mit zunehmender Zahl der Fällungen die derzeit verfügbaren Standorte für
die Nachpflanzungen ausgehen, werden Flächen, die heute unter einer Teer- oder
Betondecke liegen entsiegelt und renaturiert. Hierzu eignen sich z.B. Parkierstreifen
entlang von Straßen oder Verkehrsinseln. Aber auch der Rückbau von in zwei
Richtungen befahrbaren Straße zu Einbahnstraßen ist denkbar, was dann eine
Alleebepflanzung ermöglichen würde.

4. Alternativ kann die Stadt auch Brachflächen von Privatleuten enNerben und hier
kleine Parkanlagen oder Wäldchen errichten. Z.B. einen Streifen des Parkplatzes am
ehemaligen OBI-Markt direkt neben dem Herrenbach. Dies würde dort den jetzt
unterbrochenen Grünzug entlang des Baches fortsetzen und öffentlich begehbar
machen.

5. Das Amt für Grünordnung berichtet zukünftig regelmäßig im Umweltausschuss
über die Nachpflanzungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Herrenbach.

6. Die Zahl der Nachpflanzungen für gefällte Bäume am Herrenbach darf keinesfalls
verrechnet werden mit der sowieso fürjedes Kalenderjahr geplanten Nach- und
Neupflanzungen von Bäumen im restlichen Stadtgebiet.

Mit freundlichen Grüßen